Bürgerschützenverein Bottrop - Fuhlenbrock 1925 e.V. Chronik Bis zum Ende des 1. Weltkrieges bestand in Bottrop nur der "Bürgerschützenverein Welheim", der im Jahre 1910 gegründet wurde. Nach und nach entstanden auch in einigen anderen Stadtteilen, z.B. Eigen und Lehmkuhle, Bürgerschützenvereine. Dies bewog einige Fuhlenbrocker Bürger, den schon länger erwogenen Gedanken zur Gründung eines Schützenvereins im Ortsteil Fuhlenbrock in dieTat umzusetzen. Im Jahre 1925 war es dann soweit. Hier ein Auszug aus der Niederschrift über die erste Mitgliederversammlung: Gründung des Vereins Nachdem in einer am 2.8.1925 stattgefunden Besprechung ein Ausschuss gebildet worden war, der die Vorarbeiten für die Gründung eines Schützenvereines in die Wege leiten sollte, wurde zum 23.8.1925 eine Versammlung einberufen, in der unter dem Vorsitz des Herrn Hermann Stratmann einstimmig die Gründung eines Schützenvereins beschlossen wurde. Der Verein führt den Namen Bürgerschützenverein Bottrop - Fuhlenbrock. Auf Vorschläge aus der Versammlung heraus wurde der Vorstand wie folgt gewählt:                      1.  Vorsitzender      Franz Funke                      2.  Vorsitzender      Johann Hülsmann                      1.  Schriftführer       Wilhelm Jakobsmeier                      2.  Schriftführer       Anton Wardemann                      1.  Schatzmeister    Theodor Kiwitz                      2.  Schatzmeister    Heinrich Horstmann Beisitzer die Herren Friedrich Plüger, Bernhard Tenbrink und Heinrich Dumpe. In der nächsten Versammlung, die bereits am 13.9.1925 stattfand, wurde beschlossen, zwei Kompanien zu bilden, da die Mitglie- derzahl bereits von 80 auf 165 angestiegen war. Vereinslokal für die 1. Kompanie sollte die Gastwirtschaft Jakobsmeier und für die 2. Kompanie die Gastwirtschaft Tenbrink  werden. Schon am  27.9.1925 fand das erste Preisschießen auf dem Schießstand des Bürgerschützenverein Bottrop - Eigen statt, da ein eigener noch fehlte. Die drei besten Schützen, die für ihren Sieg eine Medaille erhielten, waren: 1.  Hermann Fiebig    2. Kompanie 2.  Ignatz Hämke         2. Kompanie 3.  Bernhard Schulte-Zweckel        1. Kompanie Dem gerade gegründeten Verein schloss sich der Spielmannszug, der 1917 vom Jungmännerverein St. Ludger gegründet worden war, an. Im Jahre 1926  wurde der 1. Vorsitzende unseres Vereins, Franz Funke, auch 1. Vorsitzender des ebenfalls 1925  gegrün- deten Ortsschützenbundes - Bottrop, wodurch der Bürgerschützenverein Bottrop - Fuhlenbrock durch die bereits bestehenden Schützenvereine seine Anerkennung fand. Zu Pfingsten wurde im Rahmen eines extra dafür durchgeführten Festes die neue Vereinsfahne geweiht, die erst viel später, nämlich im Jahre 1967 gegen eine neue ausgetauscht werden sollte. Obwohl die bisherige 2. Kompanie ausgeschieden war und den Grundstock für den im Jahr 1926 gegründe-ten Bürgerschützenverein Stadtmitte bildete, wurde die Gründung einer neuen 2. Kompanie beschlossen, da die Mitgliederzahl bereits wieder auf 170 angestiegen war. Vereinslokal der 2. Kompanie wurde die Gastwirtschaft Bergermann. Schon bald richtete man eigene Feste aus, wie z. B. den "Klotschenball" am Rosenmontag, der zur Tradition wurde, und nahm an den Schützenfesten des "BSV Eigen" und  "BSV Welheim" teil. Dass der Bürgerschützenverein Fuhlenbrock aber nicht nur feiern, sondern auch soziale Belange wahrnehmen wollte, beweisen folgende Beschlüsse: 1.) Es soll der Bau von Mietwohnungen betrieben werden - 3  Zimmer, Mansarde, Stall und Garten, geplanter Mietpreis 35,00 Mark - um allen Vereinsmitgliedern die Möglichkeit zu geben, in Fuhlenbrockansässig zu werden. 2.) Gründung einer Sterbekasse. Was aus dem Bau der Mietwohnungen wurde, ist den Chronisten nicht bekannt, die Gründung einer Sterbekasse erfolgte jedoch. Im Jahr  1928  fand das erste große Schützenfest des Bürgerschützenvereins Bottrop - Fuhlenbrock, zugleich auch Bundesfest, in einem Festzelt statt. Trotz widriger Umstände, das Zelt wurde von einem starken Sturm davongetragen und musste mühselig wieder aufgebaut werden -  nahm das Fest dann doch wie geplant seinen Verlauf. Als erster König konnte der Schützenbruder Theodor Spielkamp  diese Würde erringen, der sich Elisabeth Jakobsmeier  als Königin erwählte. Die Amtszeit  der beiden dauertevon 1928 - 1955,  letztmalig offiziell traten sie jedoch bei einem Schützenfest 1934 auf dem Randebrock in Erscheinung.  Die wirtschaftliche und vor allem die politischen Verhältnisse verhinderten ein reges Vereinsleben, da eine von oben geforderte und kontrollierte  Mitgliedschaft im Gauschützenbund mit Sitz in Recklinghausen abgelehnt wurde. So konnte im Jahr 1935 auch nur im Rahmen eines Sommerfestes ein Vogelschießen durchgeführt werden. Den Königsschuss gab der Schützenbruder Leineweber jr. ab, der Fr. H. Dimmerling zur Königin nahm. Sie galten bis zum nächsten Jahr als inoffizielles Königspaar des Vereins. Am  17. April 1940  verstarb unser 1. Vorsitzender und auch immer noch 1. Vorsitzender des Ortsschützenbundes, Herr Oberst Franz Funke, der  sich wie kein anderer um die Schützensache in Bottrop verdient gemacht hatte. Zu seinem Gedenken und zu seinen Ehren wurde nach dem Krieg das Franz-Funke-Gedächtnisschießen des Ortsschützenbundes eingeführt. Durch die schlechte wirtschaftliche Lage und die dadurch bedingte Arbeitslosigkeit vieler Mitglieder, den Krieg und die anschließende Besatzungszeit, konnten größere Feste nicht mehr durchgeführt werden und das Vereinsleben kam fast zum Erliegen. Nur eine kleine Gruppe versuchte, die Tradition des Vereins aufrecht zu erhalten. Ende1951 fällten dann die Schützenbrüder  Th. Spielkamp, H. Schürken, H. Vennemann, J. Thebrath, K. Hülsmann und  H. Rommel den Entschluss, das Vereinsleben wieder zu aktivieren. So wurde am 13.1.1952 zu einer Neugründungsversammlung, am 20.1. 1952 in der Gaststätte Bergermann, eingeladen. Die Beteiligung an dieser Versammlung, an der auch der Vorsitzende des Bottroper Schützenbundes,  Herr H. Massenberg, teilnahm, war jedoch mehr als kläglich. Die Veranstalter sagten sich jedoch: "Nun erst recht!" Unterstützt durch persönliche Gespräche und Mund-zu-Mund Werbung luden sie zu einer weiteren Versammlung am 9.3.1952 in die Gaststätte Bergermann ein. Diese Versammlung war erfreulicherweise besser besucht und es wurde ein neuer Vorstand gewählt. Zum 1. Vorsitzenden wurde H. Schürken  gewählt. Bereits von 4. bis zum 6. April 1952 wurde ein Ostereier-Schießen durchgeführt, womit der Schützenverein Fuhlenbrock erstmalig wieder aktiv wurde. Beim Bundesschiessen am 24. 6.1952 nahm man ebenfalls teil, bei der die Jugendmannschaft, trotz einer sehr kurzen Vorbereitungszeit von nur 4 Wochen, zur Überraschung aller den 3. Platz belegte. Bei den Senioren stellte man fest, dass der Krieg doch viele Lücken hinterlassen hatte. Beim Sommerfest am  7.9.1952, das erstmals wieder in aller Öffentlichkeit stattfand, schoss man auch wieder auf einen Vogel zur Ermittlung eines Tageskönigs. Den Königsschuss nach der langen Pause tat der Schützenbruder Peter Thebrath, Königin wurde Frau Helene Hoffmann. Trotz einiger Unstimmigkeiten im Verein in den folgenden Jahren normalisierte sich das Vereinsleben wieder und bereits 1955 konnte man das erste richtige Schützenfest nach dem Kriege feiern. Königspaar für die Zeit von 1955-1958 war Peter I. (Thebrath) und Christine I. (Angemeer). Im Jahre  1961 übernahm der bisherige  2. Vorsitzender, Franz Müller sen., das Amt des 1. Vorsitzenden, das er 1974  an den Schützenbruder  Manfred Jakobi übergab. Als Dank für seine über  20-jährige Tätigkeit im Vorstand des Bürgerschützenvereins Fuhlenbrock wurde er zum Ehrenvorsitzenden  ernannt. Sein Tod im Jahre 1991 erfüllte viele mit Trauer und hinterließ eine Lücke im Verein. Die folgenden Jahre verliefen mit all ihren Sonnen- und Schattenseiten - ganz  wie in anderen Vereinen und im Zivilleben - normal, bis 1984 ein absoluter Höhepunkt im Vereinsleben des BSV Bottrop - Fuhlenbrock erreicht wurde: Aus Anlass des Bundesschützenfestes vom 8.9.  bis zum 10.9.1984, dessen Ausrichter wir waren, wurde unser Landesvater, Herr Ministerpräsident Johannes Rau, zur Teilnahme eingeladen. Nachdem er im Jahre 1981 aus terminlichen Gründen absagen musste, nahm er diesmal die Einladung an. Beim Königsschießen am 10.9.1984 tat er den 1. Schuss, zu dem ihm die angetretenen Schützen eine sichere und gute Hand wünschten. Dazu seine Aussage: Eigentlich bin ich Pazifist, und auf  Vogel (SPD Vorsitzender)  schieße ich schon gar nicht. Als Dank für die Einladung spendete er dem Verein 1 hl Bier. Die Zeit verging mit dem normalen Vereinsleben und den damit verbundenen Feierlichkeiten und der  Teilnahme - mit wachsendem Erfolg - an den Schießwettbewerben des Ortsschützenbundes, bis im Jahr 1991 folgende Mitteilung den Vorstand und die Mitglieder des Vereins in Unruhe versetzte: In den Monaten  Juli/August hatten einige ehemalige Mitglieder des Vereins die Absicht, einen neuen Schützenverein mit dem Namen "Bürgerschützenverein Bottrop  - Fuhlenbrock e.V." zu gründen. Gegen diese doppelte Namensführung wurde beim Amtsgericht Bottrop eine  "Einstweilige Verfügung" erwirkt und mit Schreiben vom  12.8.1991 die Eintragung ins Vereinsregister beantragt. Nach einem "kurzen" Rechtsstreit wurde der Einspruch des anderen Vereins gegen die "Einstweilige Verfügung"  mit dem Urteil des  "Landgerichts  Essen"  vom 11.11.1991 abgelehnt und ihm bei Strafanordnung untersagt, weiterhin den Namen  "Bürgerschützenverein Bottrop - Fuhlenbrock"  zu  führen. Unsere Eintragung in das Vereinsregister durch das Amtsgericht Bottrop erfolgte  am 23.2.1993, seitdem trägt der Verein den Namen "Bürgerschützenverein  Bottrop - Fuhlenbrock 1925  e.V." Nachdem diese, für den Vorstand unerwarteten und unerwünschten Schwierigkeiten beseitigt waren, konnte man beruhigter die Vorbereitungen für das Schützenfest 1992 fortführen. Zu diesem Schützenfest wurde nach langer Zeit auch der "Schützenverein Vreden", mit dem unser Verein früher eng befreundet war, und erstmalig, auf Anregung  unseres Schützenbruders Willi Thomeczek, der "Schützenverein Künsche" eingeladen. Während der  "Schützenverein Vreden"  absagte, nahm der  "Schützenverein Künsche"  dankend an. Aus diesem ersten Besuch und einigen Gegenbesuchen unsererseits hat sich mittlerweile eine feste Freundschaft entwickelt, von der wir hoffen, dass sie noch lange weiterbesteht. Ebenfalls in Jahr 1992  wurde der 1. Bürgermeister der Stadt Bottrop,  Herr Bernhard Thiehofe, wegen seiner Verdienste um den Ortsteil Fuhlenbrock zum Ehrenmitglied  unseres Vereins ernannt. Ergänzend dazu sei berichtet, dass er auch 1. Vorsitzender des Heimatvereins  Plattdütsche ut Waold un Hei ist, mit dem uns eine enge Freundschaft verbindet und mit dem wir schon oft gemeinsame Feste feierten. Am 8. November 1997 wurde, der Spielmannszug BSV Bottrop-Fuhlenbrock gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählten 18 aktive Spielleute. Das Jahr 2000 stand ganz im Zeichen unseres 75-jährigen Jubiläums. Vom 02. - 04. 2000 feierten wir unser großes Jubiläumsschützenfest unter Beteiligung aller dem Ortsschützenbund angehörigen Schützenvereine, unseren Freunden von den Plattdüschen ut Waold un Hei, der Freiwilligen Feuerwehr Bottrop-Fuhlenbrock und dem Schützenverein Künsche. Im gleichen Jahr nahmen wir vom 17. 06 - 18.06. 2000 an dem großen 100-jährigen Jubiläumsschützenfest in Künsche teil, wo unser Spielmannszug die musikalische Gestaltung des Zapfenstreichs übernahm. Auf unserem Schützenfest 2004, veranstalten wir unter Beteiligung aller Bottroper Schützenvereinen und Fuhlenbrocker Vereinen einen großen Zapfenstreich zu Ehren unseres 1. Bürgermeisters Bernhard Thiehofe, den wir damit aus dem Amt des Bürgermeisters verabschiedeten. Im Jahre 2007 feierten wir auf dem Schützenfest in Künsche unser 15 Jähriges bestehen der Freundschaft zwischen dem Schützenverein Künsche und dem Bürgerschützenverein Bottrop-Fuhlenbrock. Als besonderes Geschenk zu diesem Jubiläum konnten wir unsere Freunde von Musikverein Asbeck (Blasorchester) gewinnen, die mit uns, die weite Reise nach Künsche angetreten sind. Unser Spielmannszug und der Musikverein Asbeck (insgesamt waren es 50 Musiker) veranstalten am Samstag musikalisch einen großen Zapfenstreich und sonntags ein Konzert zum Frühschoppen. Besonders zu erwähnen ist die Logistische Leistung die Franz Müller und Jürgen Friederichs vollbracht hatten, denn es waren insgesamt 100 Gäste in Künsche unterzubringen und zu verpflegen. Im Jahre 2009 gab es dann einen Umbruch im Verein. Der 1. Vorsitzende Franz Müller jun. trat nach 28 Jahren im Vorstand, davon 18 Jahre als 1. Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen von seinem Posten zurück. Sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Vorsitzende Andre Paschelke. Damit wurde ein echter Generationswechsel im Geschäftsführenden Vorstand durchgeführt, der jüngste Vorstand in der Vereinsgeschichte sowie in ganz Bottrop mit einem Durchschnittsalter von unter 30 Jahren. Franz Müller wurde aufgrund seiner zahlreichen Verdienste um den Verein, wie sein Vater schon 35 Jahre zuvor, zum Ehrenvorsitzenden des Vereines ernannt und steht weiterhin zur Freude aller immer noch mit guten Rat und viel Tat zur Seite. Im Jahre 2010 waren wir wieder mit unseren Asbecker Freunden zum 110 jährigen bestehen des Künscher Schützenvereins in Künsche. Seit 1992 besteht die Vereinsfreundschaft zwischen dem SV Künsche und dem BSV Fuhlenbrock. Viele private Freundschaften wurden geschlossen, aber auch der gegenseitige Besuch unserer beiden Vereine zu den Schützenfesten. Zum 20-jährigen Jubiläum der Vereinsfreundschaft wurden wir von unserem Oberbürgermeister Bernd Tischler im Ratssaal empfangen. Ein Erlebnis, an das sich nicht nur wir gerne zurückerinnern werden. Bevor das Schützenfest so richtig gestartet war, trafen am Samstag um 11 Uhr die Künscher Schützen und der BSV Fuhlenbrock unseren Oberbürgermeister Bernd Tischler. Endlich ging es im Ratssaal richtig Hoch her. Als Bernd Tischler dann aufklärte wo welche Fraktion sitzt und wer diese Sitze gerade eingenommen hatte, war das Hallo recht groß. Der Besuch beim Oberbürgermeister war für die Gäste aus Künsche eine große Ehre und ein stimmungsvoller Beginn eines tollen Schützenfestes. Am Abend wurde Heinz Anders, dem ältesten mitgereisten Mitglied der Schützen aus Künsche, von den Plattdütschen ut Woald un Hei ein Ehren-Blaukittel verliehen. Heinz freute sich riesig darüber, hatte er doch schon vorher immer mal zu den Plattdütschen hinüber gelunkert und sich für den Fuhlenbrocker Traditionsverein interessiert. Der jetzige Vorstand wünscht sich, den Vereinsmitgliedern und allen Freunden des Vereins auch weiterhin ein gutes Gedeihen und viel Erfolg für den Verein in der Zukunft.